Wolfram Höll, 1986 in Leipzig geboren, ist Autor und Hörspielregisseur und lebt in Biel. Er hat Literarisches Schreiben am Schweizerischen Literaturinstitut Biel und Theater an der Hochschule der Künste Bern studiert. Höll erhielt den Mülheimer Dramatikerpreis 2014 und 2016. In der Spielzeit 2014/15 war er Hausautor am Theater Basel. 2015 erhielt er den Lessing-Förderpreis des Freistaates Sachsen sowie den Dramatikerpreis des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft.
Bibliografia
Berlin,
Suhrkamp,
2016.
Das Kind spricht, es erzählt und zählt die Plattenbauten, die großen Steine am Spielplatz, die Stockwerke und Klingelknöpfe, und ehe man sich’s versieht, ist man gefangen in einer Arithmetik des Verlustes, macht einen die Zahl traurig, verweist eine Drei immer auf die Vier, die leider nicht ist, und leidet die Zwei an der Drei, am Fehlen der Eins. Das Kind zählt, und kein Abzählreim ist zur Hand, der die Abwesenheit ungeschehen machen und das Verlorene zurückholen könnte, weil auch der Kinderreim an der Grenze des «und raus bist du» endet. Selten hat mich ein Text so traurig berührt und in seiner klugen Zartheit so froh gemacht.
(Ewald Palmetshofer über Wolfram Hölls Debüt Und dann)