Arnold Spescha

Arnold Spescha wurde am 13. Juni 1941 in Pigniu/Panix in der Surselva geboren. Nach der Sekundarschule in Ilanz und dem Lehrerseminar in Chur war er Primarlehrer in Sevgein und Arosa. Dann hat er an den Universitäten von Zürich, Aix-en-Provence und Perugia Romanistik studiert. In diese Zeit fallen auch seine Musikstudien. 1972 hat Spescha doktoriert mit der Dissertation Wind und Wetter. Die meteorologischen Erscheinungen im Wortschatz einer Bündner Gemeinde (Pigniu/Panix). Von 1969 bis 2004 wirkte er als Gymnasiallehrer für Französisch, Romanisch und Italienisch an der Bündner Kantonsschule Chur. Daneben hatte er verschiedene Lehraufträge für rätoromanische Linguistik und Literatur an den Universitäten Zürich und Freiburg. Er war Spielführer bei der Militärmusik und dirigierte während zwölf Jahren die Stadtmusik Chur. Arnold Spescha schreibt Lyrik und Prosa in Sursilvan; er ist Verfasser der Grammatica sursilvana (1989), des Vocabulari fundamental sursilvan (1994) und weiterer Arbeiten zu Sprache, Literatur und Musik.

Bibliografia

Cuira, Somedia Buchverlag, 2024.

In diesen Gedichten befasst sich Arnold Spescha mit der Sprache, mit der Rolle der Muttersprache, die ihm die Welt gezeigt hat: «Mit dir/hab ich/die Welt entdeckt/warst Hilfe/mir auch/um die Dinge/zu sehen/und sie/zu benennen». Der Philosoph Martin Heidegger schrieb: «Kein Ding ist, wo das Wort fehlt, nämlich das Wort, das jeweils das Ding nennt.» Spescha beschäftigt sich mit den Wörtern und ihren Bedeutungen auf der Ebene der Sprache und wie sie in der Rede lebendig werden. Mit persönlichen Worten sagt er, wer er sei; er charakterisiert auch ein du und fragt sich, wer er oder sie sei. Er schreibt Gedichte, die Fragen stellen: Wer? Wo? Wann? Warum? Und macht sich Gedanken über Wörter, die ihn immer wieder beschäftigen: Tanzender Schmetterling, Der Schatten, Brennen, Taub, Komm. Die Gedichte gehen von grammatischen Begriffen aus, führen die Leserin und den Leser aber stets zum Menschen hin.

(Somedia Buchverlag)

Ei catscha dis – Der Tag bricht an , Mit einem Nachwort von Renzo Caduff. Deutsch von Hans Fäh und Arnold Spescha, Ilanz, Surselva Romontscha, 2016.
Ei dat ils muments da pass lev. Zeiten leichtfüssigen Schritts , Hrsg. und mit einem Nachwort von Mevina Puorger, traduzione di Mevina Puorger e Franz Cavigelli , Zürich, Limmat, 2007.