Ruth Waldstetter

Ruth Waldstetter, eigentlich Martha Behrens-Geering, wurde am 12. November 1882 als Tochter eines Buchhändlers in Basel geboren. Nach der Freien Evangelischen Schule und der Ausbildung zur Lehrerin in ihrer Heimatstadt, weilte sie für Sprachstudien an den Universitäten Basel, Edinburgh und Berlin. Das Diplom als Sprachlehrerin verhalf der jungen Frau zu Arbeit in England. In jener Zeit entstand Ruth Waldstetters literarisches Debut, der Roman Die Wahl (1910), in welchem sie die Enge der bürgerlichen Konventionen beschrieb. Von 1915 bis 1921 lebte die Autorin in Bern und verfasste Novellen und Theaterstücke. Darunter war auch ihr erfolgreichstes Werk Eine Seele von 1917. Als eine der wenigen Dramatikerinnen ihrer Zeit wurde sie von den grossen Bühnen der Schweiz gespielt. Nach einem Auslandaufenthalt als Korrespondentin in Paris, kehrte Waldstetter nach der Scheidung von ihrem Mann, dem Dichter Eduard Behrens, 1923 nach Basel zurück. Fortan war sie als freie Schriftstellerin und Journalistin tätig und arbeitete im Vorstand des Schweizerischen Schriftstellerverbandes (1933–1943), sowie im Pen-Club mit. Wichtiges Thema in Waldstetters Werk blieb die eingeengte Situation der Frau, die sie gesellschaftskritisch beleuchtete. Ihr Lebensabend war durch prekäre finanzielle Verhältnisse geprägt und so starb Ruth Waldstetter am 27. März 1952 verarmt in Arlesheim (BL).

Bibliografia

Das Schicksalsjahr , Frauenfeld, Huber & Co., 1949.
Nüchterdinger Geschichten , [Ill.], Zürich, Schweizer Druck- und Verlagshaus, 1944.
Die silberne Glocke , Bern, A. Francke, 1937.
So ist das Leben , Karlsruhe, C.F. Müller, 1930.
Aufstieg , Basel, Verein für Verbreitung guter Schriften, 1923.
Der unnütze Mensch , Bern, A. Francke, 1921.
Aus der Einsamkeit , Basel, Geering, 1921.
Der Künstler , Bern, A. Francke, 1919.
Eine Seele , Bern, A. Francke, 1917.
Leiden , Frauenfeld, Huber & Co., 1917.
Das Haus «Zum grossen Kefig» , Berlin, Gebr. Paetel, 1913.
Die Wahl , Berlin, S. Fischer, 1910.