Erwin Heimann wurde am 20. Februar 1909 als Sohn eines Eisenbahners in Bern geboren. Er absolvierte nach der Sekundarschule eine Lehre als Mechaniker/Heizungsmonteur. Von 1930 bis 1933 hielt er sich in Paris auf. Nach kurzer Arbeitszeit verbrachte er seine Zeit als arbeitsloser Fremdarbeiter und fand um sich Geld zu verschaffen autodidaktisch zum Schreiben. Heimann verfasste Reportagen und Feuilletons für diverse Schweizer Zeitungen. Während seinem Aufenthalt schrieb schrieb er auch seinen ersten Roman Wir Menschen, der nach seiner Rückkehr in die Schweiz 1935 gedruckt wurde. Das Buch wurde in Deutschland aus politischen und in Österreich aus sittlichen Gründen verboten und Heimann wurde Arbeiterschriftsteller bekannt. Sein literarisches Werk war von nüchternem Pragmatismus geprägt. Auch in seinen sozialkritischen Forderungen blieb er immer loyal. In den folgenden Jahren arbeitete Heimann in verschiedenen Berufen und machte Reisen quer durch Europa mit mehreren Anstellungen. Nach seiner Heirat mit der Kinderbuchautorin Gertrud Heizmann wurde Erwin Heimann 1946 Lektor im Verlag Francke in Bern, eine Stelle die er während zwölf Jahren innehatte. In dieser Zeitspanne wurde er mit sozialkritischen und historischen Hörfolgen am Radio angesehen und populär. Von 1956 bis 1963 zeichnete Heimann für die Öffentlichkeitsbeziehungen der Städtischen Verkehrsbetriebe verantwortlich. Zum freien Schriftstellerdasein entschloss er sich 1964. Er lebte fortan in Heiligenschwendi bei Thun und arbeitete für diverse Zeitungen und das Radio. Seine Bücher bezogen ihren Stoff fast durchwegs aus der aktuellen politischen und gesellschaftlichen Diskussion. So ist denn auch die literarische Bedeutung seines Werkes leicht unter der politischen anzusetzen. Der Dialekterzählungen wandte sich der Autor erst gegen Ende seines Lebens zu. Erwin Heimann starb am 21. August 1991.
Bibliografia scelta
Wir Menschen. Autobiographischer Roman. Bern, Feuz, 1935
Hetze. Roman. Bern, Francke, 1937
Unser albanisches Abenteuer. Bern, Gute Schriften, 1938
Liebling der Götter. Ein Künstler- und Zeitroman. Bern, A. Francke, 1939
Welt hinter Wäldern. Roman. Bern, A. Francke AG., 1943
Der Rätselweg; Das erfrorene Glück. [Novellen]. Bern, Gute Schriften, 1944
Der schwierige Eidgenoss. Erzählungen aus dem Soldatenleben. Bern, A. Francke AG., 1944 | Bern, GS-Verlag, 1982
Die Brüder Andreae. Novelle. Bern, A. Francke AG., 1945
Der Mut zum Glück. Roman. Zürich, Schweizer Druck- und Verlagshaus, 1945
Der letzte Optimist. Roman. Bern, A. Francke AG., 1948
Andreas Antoni. Roman. Bern, Francke, 1952
Hast noch der Söhne ja. Roman. Frauenfeld, Huber, 1956
D'Röschtiplatte. Bärndütschi Gschichte. Bern, Francke, 1956
Narren im Netz. Roman. Frauenfeld, Huber, 1960
Alt und jung. Essay. Bern, Viktoria, 1960
Vor em Fänschter. Bärndütschi Gschichte. Bern, Francke, 1962
Die Maurizio. Wohlstandsroman. Bern/München, Viktoria, 1966
Aufruhr nach innen. Zwei Erzählungen. Bern, Gute Schriften, 1969
… wie sie St. Jakob sah. Roman. Bern, Viktoria, 1970
Bäremutz. Bärndütschi Gschichte. Bern, Francke, 1972
Ein Blick zurück. Mein Leben in meiner Zeit. Autobiographie. Bern, Viktoria, 1974
Der letzte Optimist. Roman. Bern, Francke, 1978
Die Gestraften. Ein Weg durch Schuld und Sühne. Bern, Viktoria, 1981.
Zeichen zur Zeit. 41 Kolumnen: 1974-1983. Münsingen, Fischer, 1983
Wätterluft. Gesammelte Erzählungen. Muri b. Bern, Cosmos, 1989