Albrecht von Haller

Albrecht von Haller wurde am 16. Oktober 1708 in Bern geboren. Er wuchs als Sohn einer Berner Patrizier Familie auf. In seinen Jugendjahren genoss er den Unterricht von Hauslehrern, da er kränklich war. Daneben erlernte er selbständig mehrere Sprachen. 1721/22 schickte ihn sein Vormund, Hallers Vater war gestorben, auf das Gymnasium, anschliessend wurde er zu einem Arzt in Biel in die Lehre gegeben ehe er ab 1723 Medizin und Naturwissenschaften in Tübingen und Leiden studierte. 1727 promovierte er zum Dr.med. Es folgten Studienaufenthalte in London, Paris und Basel während denen er sich mit Mathematik, Philosophie und Geschichte auseinandersetzte. 1729 liess sich Haller in Bern als praktizierender Arzt nieder. Nach zahlreichen erfolglosen Bewerbungen um ein öffentliches Amt in der Stadt nahm er schliesslich 1736 eine Professur für Anatomie, Botanik und Chirurgie in Göttingen an. Die neu gegründete Universität wurde durch Hallers Vorlesungen bald bekannt. 1753 kehrte er in die Schweiz zurück, da er die Stelle als Ratshausammann erhielt, die als Sprungbrett zu höheren Staatsämtern galt. Haller war in den folgenden Jahren zwar Mitglied zahlreicher Kommissionen, sein Bemühen in den Kleinen Rat gewählt zu werden, schlug aber fehl. Die letzten Lebensjahre waren durch Krankheit und Melancholie geprägt. Albrecht von Haller starb am 12. Dezember 1777 in seiner Heimatstadt Bern. Bis 1744 hatte Albrecht von Haller fünfundzwanzig, teils mehrbändige, wissenschaftliche Werke geschrieben. Von 1757 bis 1766 verfasste er sein achtbändiges wissenschaftliches Hauptwerk Elementa physiologiae corporis humani. Im Gegensatz zu seinen wissenschaftlichen Studien ist sein dichterisches Werk nur schmal geblieben, hatte aber entscheidende Bedeutung in der zeitgenössischen Dichtkunst. So gilt Hallers Schaffen als Beginn der philosophischen Lyrik im deutschen Sprachraum und seine Sprache hatte Einfluss auf Klopstock, Schiller und Hölderlin. Versuch Schweizerischer Gedichten hatte der Universalgelehrte 1732 noch anonym im Verlag seines Bruders veröffentlicht. Darin befand sich schon sein wohl berühmtestes Gedicht «Die Alpen», worin er die Berge als Ort beschrieb, an dem sich Ovids Goldenes Zeitalter erhalten habe. Gleichheit, Eintracht und Freiheit als Naturrechte prägen den menschlichen Alltag. Neben der Poesie schrieb Haller gegen Ende seines Lebens auch drei Staatsromane, in denen drei verschiedene Regierungsformen abgehandelt werden.

Bibliografia scelta

Versuch Schweizerischer Gedichten. Bern, Bey Nicolaus Emanuel Haller, 1732. [darin: Die Alpen, 1729]
Usong. Eine morgenländische Geschichte, in vier Büchern. Bern, Im Verlag der neuen Buchhandlung, 1771
Briefe über die wichtigsten Wahrheiten der Offenbarung. 1772
Alfred. König der Angelsachsen. Roman. Göttingen/Bern, [s.n.], 1773
Fabius und Cato. Ein Stück der Römischen Geschichte. Bern/Göttingen, [s.n.], 1774