Hans-Jost Frey, classe 1933, è professore emerito di letteratura comparata all'Università di Zurigo, autore di numerose opere dedicate alla teoria letteraria. Vive a Zurigo.
Bibliografia
Während der Zug über die Ebene raste, wunderte sich Henrici, warum er, obwohl er so schnell fuhr, doch nicht vom Fleck kam, denn draussen sah es immer gleich aus. Aber da auch das Gleiche immer ein wenig anders ist, mochte es an seiner Aufmerksamkeit liegen, dass ihm Woanders immer wieder wie Hier vorkam. Eigentlich, dachte er, müsste er das als Erfolg seiner Reise vermerken, die er ja unternommen hatte, weil er sich immer wie anderswo fühlte. Aber er war nicht sicher, ob es sich lohnte, die Fremdheit gegen die Eintönigkeit einzutauschen. Anderseits kam man nicht darum herum, immer entweder hier oder dort zu sein, und wenn man weder hier bleiben noch woandershin wollte, wollte man ohnehin, ob man wollte oder nicht, immer dort sein, wo man nicht sein wollte. Als der Zug seine Fahrt verlangsamte und schliesslich in den Bahnhof seines Bestimmungsortes einrollte, wunderte sich Henrici, dass er es so weit gebracht hatte.
(Hans-Jost Frey, Henrici)
Henrici zeigt den renommierten Zürcher Literaturwissenschaftler Hans-Jost Frey von einer neuen Seite: In 63 kurzen Geschichten lässt Hans-Jost Frey sein alter ego Henrici anhand alltäglicher Situationen und geläufiger Redewendungen über das nachdenken, was wir allzuoft gedankenlos tun und sagen, und das von A wie Ausland bis Z wie Zukunft.
(Buchpräsentation Engeler Verlag)