Etwas sehr, sehr Schönes
Erzählungen

Nota critica

Der Reiz der vier Texte in dem kleinen, handlichen «Book to go» liegt darin, dass sie um das, was sie ansprechen – z. B. etwas sehr, sehr Schönes –, herum erzählen, ohne es genauer zu benennen. Was ihre Figuren bewegt, was sie sich wünschen oder wovor sie sich fürchten, lassen sie bei aller Redseligkeit grösstenteils im Ungewissen. So erhält auch das Alltäglichste die poetische Kraft des Unaufgelösten. Was wird z. B. in «Sommeridyll 1» aus dem Bergkristall, der im Bachwasser wachsen soll? Was in «Der weisse Tennisball» aus dem todkranken Tobi? Was in «Wer zum Teufel ist Ramón» aus Ramón, Jasmina und dem gefrorenen Hund? Nur in «Roxy» erfahren wir schliesslich, wo Rosanna so lange weggeblieben ist. Aber was sie über die fünf Tage im Weinkeller denkt, wird uns ebenso verschwiegen wie die paar Zeilen, mit denen der Vater des Erzählers in «Etwas sehr, sehr Schönes» einst dessen Mutter zu verführen hoffte. Es geht uns, wie diesen Erzähler, «rein gar nichts an» und berührt uns deshalb umso mehr. (Daniel Rothenbühler)