Es passierte
Roman

Nur alles ist alles. Aber kann der Mensch alles ertragen? Damian, schweizerischer Don Juan und Theologe, will alles vom Leben. Er will Sex, er will Erkenntnis, er will Erniedrigung, er will die absolute Freiheit. Er will den Tod. Und der markiert den Anfang. Im Traum sieht Damian, wie seine Leiche aus dem Zürichsee gezogen wird. Das Zeichen für eine Ansteckung mit HIV bei einem One-Night-Stand wenige Tage zuvor, das ist gewiss. Eine geschwollene Wade und Google scheinen das Todesurteil zu bestätigen. Ganz wund von der Reibung zwischen Eros und Thanatos tritt er mit seinen Gewährsmännern Hegel, Nietzsche und Heidegger ein in die finale Phase seines Kampfes: für, mit und gegen Gott. Christian Uetz’ dritter Roman ist eine Zumutung – im allerbesten Sinne. Sprachlich virtuos, schamlos und blitzgescheit führt er die Leser bis an die Grenzen des Seins und noch darüber hinaus. Was er dort findet, ist so hochkomisch und tieftraurig wie das Leben selbst. Ein poetischer Parforceritt in die Abgründe, Sehnsüchte, Verlorenheit unser Triebe!

(Buchpräsentation Secession Verlag)

Nota critica

Es fällt schwer, Damian, die Hauptfigur des Romans Es passierte, nicht in pathologischen Begriffen zu fassen. Rastlos und masslos ist er, in seiner Sexsucht, in seinen sexuellen Vorlieben, und in seiner fixen Idee, er müsse jederzeit sterben können wollen. Auch Christian Uetz’ Roman, der von Damians Weg durch verschiedene Beziehungen, Bettgeschichten, und philosophisch-theologische Dialoge und Reflexionen führt, hat etwas grenzenloses. Das Buch ist eine Zumutung: ob im positiven oder negativen Sinn, wird vom Geschmack des Lesers abhängen. Es passierte ist ein ernster Gedankenroman über Sex, Tod und Glauben, der mit vielen ausgefallenen Sexszenen gleichsam illustriert ist. Um eine glaubwürdige Erzählweise oder Charakterzeichnung ist er nicht sonderlich bemüht. (Florian Bissig)