Der Stachel
Kleine Novellen

Der Stachel ist Markus Kirchhofers Prosa-Debüt nach zehn Comics und zwei Lyrikbänden. Bei Knapp ist der Perlen-Band eisfischen (2014) erschienen.

Seine siebzehn Kurzgeschichten sind so komprimiert und wuchtig, dass es eigentlich Novellen sind. Die Ausgangspunkte der Geschichten sind Idyllen nostalgischer Vergangenheit oder heiterer Gegenwart: auf der Seegfrörni, am Skirennen, in der Badi, der Käserei oder der Projektwoche. Über diese friedlichen Orte helvetischen Glücks bricht Unheil herein: ein Gletscherabbruch, ein Amoklauf, eine Entlassung, Verkehrs- oder Arbeitsunfälle.

Markus Kirchhofer erzählt seine geschickt orchestrierten Geschichten in einer einfach gehaltenen, bildstarken, poetischen Sprache. Sie verrät den versierten Lyriker. Kirchhofers Prosa-Debüt überzeugt auch die Kulturförderung auf kantonaler und schweizerischer Ebene: Das Aargauer Kuratorium und die Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia unterstützen den Autor und sein Werk.

(Buchpräsentation Knapp-Verlag)

Nota critica

Die siebzehn kurzen Geschichten des Bands Der Stachel beginnen oder enden oft mit dem Tod. Einige der tragischen Unfälle, die sich in der ländlichen Schweiz ereignet haben, erkennt man als historisch, wie den Sturz des Gletschers auf die Baustelle des Mattmark-Staudamms 1965 oder den Flugzeugabsturz bei Bassersdorf 2001. Andere Novellen erzählen von persönlichen und familiären Dramen: Autounfall, Stellenverlust, Altersgebrechen – im Rückblick auch die erste Liebe. Dabei wirken gerade die Geschichten am stärksten, in denen der Erzähler nur am Rand beteiligt ist und dem Leser deshalb Freiraum für eigene Gedanken und Gefühle bleibt. (Ruth Gantert in Viceversa Literatur 11, 2017)