Rosa grast am Pannenstreifen
Ein Blues in 24 Takten

»Kann, wer vorwärts denkt, sich hintersinnen?« Amstutz Konrad, ein Klein(st)bauer, hat die fixe Idee, er wisse, wie die Welt funktionieren müsste. Und damit dieses Wissen auch andere erreicht, bringt er es in harziger Schreibarbeit zu Papier. Immer wieder eckt der Sonderling an, sei es bei Behörden, sei es bei Freunden. Denn seine Vorstellungen sind vielleicht abseitig, entbehren aber nicht einer gewissen Logik.

Anregungen zu seinem Werk und geduldige Begleitung beim Schöpfungsprozess bieten dem Grübler seine Kuh Rosa und sein Hund Bäri. An und neben diesen Tieren wuchern seine Ideen und finden immer wieder einen Kontrapunkt.

In 24 skurrilen Episoden erschliesst der Autor eine abstrus subversive Gedankenwelt: Amstutz Konrad ereifert sich über die Hundesteuer, nervt und unterhält die Gemeindeversammlung mit seinen Vorstössen, erfindet eine Mausefalle mit Multikillingeffekt oder auch ein Gerät zur gerechten Bemessung der Steuern. Letztlich aber kämpft er, ein voralpiner Don Quijote, auf verlorenem Posten.
So hängt auch eine gewisse Melancholie über dem Werk, das sonst von hintersinnigem Humor geprägt ist und von witzigen Einfällen, satirischen Seitenhieben, Sprachwitz und Wortspielen wimmelt.

(Buchpräsentation edition 8, 2015)

Nota critica

Zuhinterst im Talgrund, oder zuoberst auf der Krete sind die obskuren Ideen zuhause, womit die Menschheit zu retten wäre. Ein solcher Ort ist die Oberschwändi im Voralpenmittelland. Hier lebt der notorische Spinner Amstutz mit seiner letzten Kuh Rosa und Bäri, dem Hofhund. Einsam und verbissen kämpft er gegen den Filz der Rechtschaffenen im Dorf drunten, die nur nach Macht und Geld streben. Doch die Grenzen sind fliessend. Mit Schalk und Witz erzählt Peter Weingartner eine scheinbar naive Geschichte vom Lande, die nach und nach doppelte Böden und politische Aktualität erahnen lässt. Vielleicht behält der Amstutz ja doch noch Recht. (Beat Mazenauer)