Schnitz [Les valets de nuit]
Roman

Im Schatten erloschener Hochöfen brennt im Dunkel der Dämmerung ein kleines Licht vor dem Haus der Familie Kummer. Die Mutter, Rose Chagrin, geborene Chance, und ihr Mann Nathanael Kummer, bangen dem Besuch des Kommissionärs entgegen, dem Vollstrecker der Macht. Die Mieten steigen ins Unermessliche, Nathanael arbeitet rund um die Uhr, Rose Chagrin hausiert mit Vitaminkuren. Jeder im Haushalt versucht auf seine Art, dem Moloch Paroli zu bieten. Der alte Seraphin sucht irrlichternd den schwarzen Mann, den er zur Rede stellen will; Philanthropie die voluminöse, schnitzvertilgende Ariensängerin, singt unter den Augen ihrer Schutzengel die Menschen im Quartier ins Entzücken, derweilen Yapaklu und Zibeline, die Geschwister, ihre Spielsachen in Sicherheit bringen: ins Reich des Riesen, das sich in einem Pommes-Frites-Automaten befindet. Ein phantastisches Buch zu zaubern über die Beümmernisse des Alltags.

(Buchpräsentation Bilgerverlag)

Rassegna stampa

Die düstere Phantastik dieses Romans und seine Endzeitstimmung werden ins Unheimliche konterkariert von der unerschütterlichen Heiterkeit und dem geradezu tragikomischen Heldenmut seiner Figuren. Dieses poetische Kleinod der Erzählkunst über die Sprachgrenze zu tragen, ist seinerseits ein nicht unbeträchtliches Kunststück. Und ohnehin ein Lesevergnügen der Sonderklasse. (Roman Bucheli, NZZ, 15.05.2017)