Hert am Sound
Sprechgedichte

«Immer, immer fahre / fahren und fahren und fahre / mis Läben isch fahre / und mängisch / fahrts mer ii.» Durchs Land fahren, beobachten, was ist und passiert, zuhören: Das ist der Soundtrack des Schriftstellers Pedro Lenz, der seit bald 20 Jahren von Bibliothek zu Kleintheater zu Bar zu Literaturhaus reist und ein grosses Publikum begeistert – alleine, zusammen mit Musikern oder als Teil von «Bern ist überall».

Nach dem Goalie-Roman (Band 4) und den Morgengeschichten (Band 15) versammelt sein dritter Band in der «edition spoken script» bisher unveröffentlichte Spoken-Word-Texte und Geschichten, die für diese Auftritte entstanden sind. Von Zeile zu Zeile, von Strophe zu Strophe, von Geschichte zu Geschichte lässt Pedro Lenz die Leserinnen und Leser teilhaben an all den grossen und kleinen Dramen des Lebens, die oft hinter Unscheinbarem und Alltäglichem lauern.

Dass einen die Geschichten von Lenz so vertraut vorkommen und mitreissen, verdankt sich seiner grossen Kunst, die Umgangssprache literarisch zu formen, zu rhythmisieren und sie klingen zu lassen – zum ganz eigenen Sound von Pedro Lenz.

(Buchpräsentation Menschenversand)

Rassegna stampa

Hert am Sound ist ein «Schweizerspiegel» in 18 thematischen Kapiteln - man kann durchaus die einzelnen Soli geniessen, aber alle Gänge hintereindander ergeben einen grossartigen und ziemlich aktuellen Gesang über die Heimat. (Alexander Sury, Tages-Anzeiger, 14.12.2017)

Nota critica

Die Texte des unermüdlich durch die Schweiz tourenden Bühnenpoeten Pedro Lenz sind gut verständlich. Der Berner liest langsam und deutlich, und seine musikalischen Begleiter decken ihn nie zu. Trotzdem macht es Freude, seine gesammelten Sprechtexte nachlesen zu können und nochmals nachzuvollziehen, wie in seinen scheinbar harmlosen Plaudereien kritische Betrachtungen und angriffige Untertöne erst allmählich bemerkbar und schließlich unüberhörbar werden. Lenz ist ein poetischer Reisender im eigenen Land, der den helvetischen Alltag in allen Schattierungen in seinen klangvollen Langgedichten aufzuheben vermag. (Florian Bissig, siehe auch Viceversa 18, 2018)