Neue Schweizer Standpunkte
Im Dialog mit Carl Spitteler: Dorothee Elmiger, Pascale Kramer, Catherine Lovey, Adolf Muschg, Fabio Pusterla, Daniel de Roulet, Monique Schwitter, Tommaso Soldini

»Ohne Zweifel wäre es nun für uns Neutrale das einzig Richtige, nach allen Seiten hin die nämliche Distanz zu halten«, schreibt Carl Spitteler 1914 in seiner Rede »Unser Schweizer Standpunkt«. Doch was heißt das schon: die nämliche Distanz. Soll man sich also nicht einmischen? Oder bietet gerade die Neutralität eine Chance, sich zu engagieren? Spitteler verfasste seine Rede kurz nach Beginn des Ersten Weltkriegs, inmitten des »Klangs der Kriegstrompete« und »militärischer Kommandorufe«. Solche Klänge sind auch heute noch zu vernehmen, hundert Jahre nachdem der Dichter mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet worden ist; wenn auch ungleich diffuser und komplexer.
Acht bekannte Schweizer Autorinnen und Autoren reflektieren Spittelers Rede aus gegenwärtiger Perspektive und entwickeln dabei ihre jeweils eigenen, neuen Standpunkte: Wie steht es heute um den Wert der Neutralität? Um das Verhältnis der Schweiz zu ihren europäischen Nachbarn? Was bedeuten Engagement oder Enthaltung in Zeiten humanitärer Katastrophen und weltweiter Migration? Haben Nationen noch Sinn? Und wie steht es derweil um den Zusammenhalt im eigenen Land?

(Buchpräsentation Rotpunktverlag)