Was uns blüht
Roman

Nota critica

Als Rochade bezeichnet Alma das, was ihr, ihrem neuen Gefährten Massimo und ihrem Ex-Mann Alex und dessen neuer Gefährtin Gaby geschehen ist. Wie Schachfiguren sehen sie sich in neue Konstellationen versetzt durch das, was zum guten Teil auf ihre eigene Regungen zurückzuführen ist. Sie können sich das, wie Almas Sohn Fab, «noch immer nicht richtig erklären». Aber darum geht es auch nicht, sondern darum, etwas Neues geschehen zu lassen. Wie Massimo nach dem schrecklichen Tod seiner Frau. Er lernt, statt in traumatischen Erinnerungen zu verharren, glückliche Momente der jüngsten Vergangenheit festzuhalten. Was uns blüht, kann so auch zum Aufblühen gebracht werden. So wie in der Gartenbau- und Lebenskunst der Bewohner Islands, des hauptsächlichen Schauplatzes der Handlung. Sie lassen ihr Gemüse, ihre Früchte und vor allem ihre Blumen in geothermal beheizten Gewächshäusern wachsen und blühen. «Rochade, Reigen, Verschiebung», damit trifft Alma nicht nur, was ihr und den Ihren passiert, sondern auch das, was den Roman kennzeichnet, ein kunstvolles Nach- und Ineinander verschiedener Perspektiven mit den damit einhergehenden Stilwechseln. (Daniel Rothenbühler)