Liebesgschichte

Nota critica

Die Liebe ist in Pedro Lenz’ Mundartgeschichten ein zartes Pflänzchen, das jung zerdrückt wird oder schnell verblüht. Begegnungen kommen selten zustande oder gehen schief. So erinnert sich ein Ich-Erzähler an sein erstes Rendez-vous mit «Jeanne Eichebärger», deren Eintreffen er wegen eines Missgeschicks nicht einmal abwartete. Ein anderer hört zu, wie im Zug jemand per Handy seiner Freundin den Laufpass gibt, und ein dritter erhält auf Facebook die Freundschaftsanfrage einer Frau, in die er einmal verliebt war. Sind auch die Illusionen verloren, so entzückt doch die Sprache der Antihelden. Der Randständige braucht das Geld der Sozialhilfe für seinen Hund, denn er kennt den «Emotional Value vo somene Tier». (Ruth Gantert)