Zurück nach Rom

Rom. Die Ewige Stadt. Einst Zentrum eines Weltreiches, heute noch immer nicht in der Moderne angekommen, eine Stadt zwischen Stillstand und Turbulenz. Das frühere Lebensgefühl – Fellinis Dolce vita, Pasolinis tragische Filme, in denen Rom nach etwas roch und schmeckte –, wohin ist es verschwunden?
Dante Andrea Franzetti, der einmal in der italienischen Kapitale gelebt hatte und dessen Söhne hier zur Schule gehen, spürt den Widersprüchlichkeiten und Veränderungen nach, die das Rom von heute prägen. Die Stadt ist schneller geworden, das römische Lächeln verbissen, Gelassenheit ist Pünktlichkeit gewichen. Faschisten, Papisten, Renegaten sind hier zu Hause, sonntags brüllt der Fussball aus einer Million Fernseher. Den Armen eines Kraken gleich, frisst sich die Stadt in die Landschaft hinein. Ehemals periphere Viertel, in denen die Halbwelt verkehrte, gelten plötzlich als jung und hip: Gentrifizierung auch hier.
Per Strassenbahn und Bus erschliesst sich der Autor manch denkwürdigen Ort: so den Cimitero acattolico, wo August von Goethe begraben liegt, oder die Katakomben an der Via Appia. Franzetti zeichnet das Bild eines so farblosen wie bunten, gleichermassen abstossenden wie anziehenden Rom – Stadtliteratur der besonderen Art, melancholisch, verträumt, oft aber auch temporeich und von grosser Komik, etwa wenn der Autor mit dem längst verstorbenen Lyriker Vincenzo Cardarelli im Caffè Strega an der Via Veneto über Anita Ekberg plaudert.

[Klappentext Lenos Verlag]

Nota critica

In Zurück nach Rom zeichnet Franzetti ein besonderes Bild der ewigen Stadt, in der er einst lebte und die er immer noch regelmässig besucht. Tagebuchartige Notizen strukturieren und rhythmisieren den narrativen Plot des Buches. Rund ums «Friends Café» im Pigneto, per Bus und zu Fuss, erkundet der Autor die italienische Hauptstadt. In mancherlei Hinsicht wird das vergangene mit dem gegenwärtigen Rom-Bild konfrontiert. Die Grossstadt scheint schneller geworden zu sein. Eine gewisse Hektik hat über das dolce far niente gesiegt, und dennoch gilt Rom als Stadt, die «in der Moderne nicht angekommen ist.» (Nina Maria Glauser)