Land spielen

«Jeder von uns hat seine Stärke, jeder kann etwas, wie in einem Team. "Wir sind ein Team" sagen diejenigen von uns, deren Stärke die Stärke ist. Sie heissen Vera und Moritz. Wir nennen sie die Entscheider, sie bringen das Geld heim, bringen die weniger Entschiedenen von uns zu Bett, erklären die Welt und das Landleben, das alle von uns verstehen.»

Nota critica

Der Debütroman des Theaterautors Daniel Mezger besticht durch einen narrativen Trick. Als Erzähler tritt ein kollektives Familien-Wir auf, das im Spiegel der Ereignisse mehr und mehr in seine Einzelteile zerfällt. Parallel dazu zerbröckelt eine schöne Idee. Eine Familie aus der Stadt erträumt sich zuhinterst im Tal ein neues Leben, doch mit den Einheimischen ist nicht gut «Land spielen». Mezgers Roman ist ein schillerndes Buch, das seinen Stoff auf eigenwillige Weise bearbeitet und ihm eine böse Note verleiht. Besonders in der Sprache steckt eine Unverblümtheit, die Tragik und Komik in sich vereint. (Beat Mazenauer)