Der Unvorbereitete

Nota critica

Aeblis Protagonist Gregor lebt in Effretikon. Er ist Schriftsteller, aber nicht Geschichtenschreiber. Schreiben ist sein Exerzitium des Verschwindens. Die Welt wird ins Denken zurückgenommen. Das ist auch zu lesen als Weg zu sich selbst, dem nur eines immer wieder im Weg steht: das Ich selbst. Die wirklich grosse Erschütterung erfasst den Leser aber im zweiten Teil des dreiteiligen Buches. Mit einer für Aebli ungewohnten Heftigkeit erzählt Gregor hier seine «Geschichte»: eine Liebesvergiftung. Zum ersten Mal fand Gregor in eine Wirklichkeit ausser sich. Nach dem Scheitern kehren die Zweifel zurück und bringen ihn erneut auf die Bühne in seinem Kopf. Im dritten Teil findet sich der alte Skeptizismus wieder. Aber jetzt erscheint er wie eine Erlösung. Gregor ist doch vorangekommen! Alles ist leichter in seiner Schwere, heller in seiner Dunkelheit, deutlicher in seiner Undeutlichkeit. Eine «heitere» Wissenschaft jenseits aller Antworten findet in Effretikon ihren Ort. (Samuel Moser)