Die Gärten der Medusa
Roman

Ein Schiff legt ab, ein grosser Dampfer. Er hat Gärten an Bord. Schrebergärten, Parks, Landschaftsgärten und tiefgrüne Wälder. Und ein paar Passagiere: die Menschen, die jene Oasen geschaffen haben, oder andere, die sich gern in ihnen umtun. Man sieht sie beim Ablegen an der Reling stehen, lebende Menschen und verschollene, bekannte und erfundene. Unter ihnen Teo Wild, Anthropologe. Auf der Suche nach den Gärten: jenen der Erinnerung, den frühen der Kindheit, den Gärten der Liebe und den Gärten des Denkens, die er gern mit anderen teilt. Dieter Bachmanns weit gespannte Komposition erzählt aus den verschiedensten Gegenden die Welt von gestern und heute und zugleich von der Conditio humana zwischen Eden und Apokalypse. Zwischen Umweltzerstörung und Naturschutzgebiet: Heiter, zornig, gelassen, erbost, weise – und immer mit einem Schuss voltairescher Melancholie. Der Mensch im Garten: Nie ist er sich näher.

(Buchpräsentation Limmat Verlag)

Nota critica

Dieter Bachmann begleitet sein literarisches Alterego Theo Wild, Anthropologe von Beruf, quer durch Europa auf der Suche nach den Gärten und Parks seines Lebens. Frei nach Epikur, demzufolge sich gelassenes Glück nur in natürlicher Umgebung findet, hegt er eine Faszination für diese Orte, die als letzte vor dem Diktat der Nützlichkeit schützen. Die Gärten der Medusa vereint literarische Fiktion mit essayistischem Esprit vor dem Hintergrund der eigenen Biographie. Sein Protagonist Wild ergibt sich einem assoziativen Gedankenstrom, der zwischen Erinnerung und Fantasie mäandert und immer wieder in die Natur- und Kulturgeschichte abdriftet. (Beat Mazenauer)